Scala: War´s das nun?

Mehrere Stammgäste des Kinos hatten sich noch Karten für die letzten Vorstellungen am 30.11. gekauft, standen dann aber vor verriegelten Türen. Der langjährige Betreiber des Scala, Detlef Rabe, sagte aus „Sicherheitsgründen“ alle Aufführungen kurzerhand ab. Ein unrühmliches Ende für das legendäre Lichtspielhaus im Herzen der Stadt Konstanz.

Scala: So eine schöne Leich‘

Morgen Abend, 30.11.2016, wird das Scala feierlich zu Grabe getragen. Kinobetreiber Detlev Rabe plagen, so hört man in Konstanz, mittlerweile heftige Gewissensbisse. Gilt er doch nicht nur in Kreisen der Scala-Freunde als aktiver Sterbehelfer beim langsamen Dahinscheiden der cineastischen Kultstätte, die er so lange gemanagt hat. Angeblich will er nun ein wenig Abbitte leisten und am letzten Scala-Abend die Beerdigungsgäste auf eigene Kosten mit Speis und Trank bewirten. Immerhin. Auch für musikalische Unterhaltung scheint gesorgt zu sein. Das neugegründete Konstanzer Folktrio „DödlKnödl“ wird seinen hitverdächtigen Song „Es lebe der dm-Friedhof mit allen seinen Toten, der Eintritt ist für Konstanzer bald ausnahmslos verboten“ vortragen. Besetzung: Ulrich Burchhardt (Didgeridoo und Gesang), Andreas Osner (Block- und Ohrenflöte) und Karl Langensteiner-Schönborn (Maultrommel). Special Guests: Christine Finke (Waschbrett) und Marcus Nabholz (Bauchtanz). Der Eintritt ist frei.

„Für Führer, Volk und Vaterland“

Nicht wenige Südkurier-LeserInnen in der Region Hochrhein waren irritiert und teilweise auch entsetzt, als sie am 11.11. in der Online-Ausgabe der Tageszeitung diese Anzeige sahen. Ein Lapsus der Redaktion? Dummheit und Naivität, gepaart mit historischer Ignoranz im Südkurier-Hinterland? Leider nicht zum ersten Mal.

Jauß-Monografie erschienen

Auf das Buch des Historikers Jens Westemeier über den ehemaligen SS-Mann und späteren, auch international hoch angesehenen Konstanzer Literaturprofessor und Romanisten Hans Robert Jauß (1921–1997) wurde mit Spannung gewartet. Die hoch emotionale Debatte um Jauß und seine NS-Vergangenheit führte an der Universität Konstanz zu heftigen Auseinandersetzungen und war auch überregional Diskussionsstoff. Albrecht Koschorke erinnert sich an die turbulente Entstehungsgeschichte der nun vorliegenden Monografie.

„Viktors Kopf“ – eine Spurensuche

Auf dem Gräberfeld X des Tübinger Stadtfriedhofs sind 507 Nazi-Opfer beigesetzt, darunter 99 Männer und Frauen, die zum Tode verurteilt und enthauptet wurden. Einer von ihnen ist Georg Viktor Kunz, ein auch von seiner Familie vergessener Widerstandskämpfer, der 1943 in Stuttgart hingerichtet und später unter falschem Namen in Tübingen verscharrt wurde. Seine Urenkelin Carmen Eckhardt hat fast vier Jahre lang recherchiert und die Geschichte ihres Urgroßvaters aufgearbeitet. Ihr beeindruckender Dokumentarfilm „Viktors Kopf“ wird am 10.11.2016 im Konstanzer Scala gezeigt.