„Viktors Kopf“ – eine Spurensuche

Auf dem Gräberfeld X des Tübinger Stadtfriedhofs sind 507 Nazi-Opfer beigesetzt, darunter 99 Männer und Frauen, die zum Tode verurteilt und enthauptet wurden. Einer von ihnen ist Georg Viktor Kunz, ein auch von seiner Familie vergessener Widerstandskämpfer, der 1943 in Stuttgart hingerichtet und später unter falschem Namen in Tübingen verscharrt wurde. Seine Urenkelin Carmen Eckhardt hat fast vier Jahre lang recherchiert und die Geschichte ihres Urgroßvaters aufgearbeitet. Ihr beeindruckender Dokumentarfilm „Viktors Kopf“ wird am 10.11.2016 im Konstanzer Scala gezeigt.

Asisi-Projekt: Warten auf den Kniefall zu Konstanz

Kommt er oder kommt er nicht? Die Rede ist von Investor Wolfgang Scheidtweiler, der auf einem städtischen Grundstück am Konstanzer Seerhein ein 360-Grad-Panoramabild des Berliner Künstlers Yadegar Asisi bauen lassen will. Der Gemeinderat mochte sich mit dem Standort nicht anfreunden und sucht nach einer Alternative für den noch zu errichtenden Bau. Daraufhin stieg Scheidtweiler höchst beleidigt aus dem Projekt aus, will nun aber wieder einsteigen. Ein unwürdiges Gezerre.

Bodenseeforum: Die PR-Maschine glüht

Ende letzter Woche hielt Günter Oettinger, früherer baden-württembergischer Ministerpräsident und immer noch praktizierender Silbenverschlucker, seine Festrede zur Eröffnung des sogenannten Bodenseeforums, kurz BoFo. Wieder mal spricht man in Konstanz von einem Jahrhundertereignis, auf das man so lange habe warten müssen. Seit Wochen rühren die üblichen Verdächtigen laut und vernehmlich die Werbetrommel. Doch Zweifel am erhofften Erfolg des Event-Tempels sind angebracht.

Eine Stadt und ihr Film

Das traditionsreiche Konstanzer Programmkino Scala soll gegen Ende 2016 geschlossen werden und einem dm-Markt Platz machen, dem fünften in der Stadt. Vielfach ausgezeichnet für sein engagiertes Programm war das Scala im Herzen der Altstadt Treffpunkt für Kinoliebhaber aus der gesamten Region und auch der nahegelegenen Schweiz. Der geplante Dokumentarfilm von Douglas Wolfsperger über das Scala steht vor ungeahnten Schwierigkeiten.

Scala-Film: Bürgermeister „entsetzt“

Der Filmemacher Douglas Wolfsperger war einige Tage mit der Kamera in Konstanz unterwegs, um seine Dokumentation über das Scala-Kino fertigzustellen. Neben Menschen, die die baldige Schließung des traditionsreichen Filmpalasts bedauern, sollen auch jene zu Wort kommen, die der Weiterführung des Kinos von Anfang an keine Chance gaben – wie zum Beispiel Kulturbürgermeister Andreas Osner (SPD). Doch der verweigerte ein Interview.